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Ein grosser Unterschied zwischen hier und dort ist der Lohn im Verhältnis zu den Preisen von Lebensmitteln, beispielsweise. Bestimmt gibt es ein intelligentes Wort dafür. Der Mindestlohn pro Monat liegt hier bei R$ 400, was rund CHF 200 entspricht. Nicht wenige Leute müssen sich mit dem Mindestlohn zufrieden geben.

Muss man hier sein Fahrrad reparieren lassen, so bezahlt man (aus Schweizer Perspektive) fast nichts für die Arbeit, jedoch die Einzelteile können teuer sein. Ich bin mir eher das Umgekehrte gewohnt.

Heute auf der Strasse waren bei einer Kreuzung etwa 20 Personen stationiert, je mit einer Werbetafel an den Rücken gebunden. Bei roter Ampel  standen etwa 10 Personen vor die wartenden Autos, während eine Person Flyer verteilte. Und das bei vielen Kreuzungen. Den ganzen Tag arbeiteten sie so – bei über 30°C. Ich weiss nicht was sie verdienen, aber in der Schweiz wäre eine solche Werbeaktion kaum zu bezahlen.

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2 Kommentare

  1. Veröffentlicht von greyowl am 22. März 2009 um 23:33

    Was ist sinnvoller/gerechter/vernünftiger/menschenwürdiger: Sollen Dinge teurer (bzw. wertgeschätzter) sein als menschliche Arbeit oder umgekehrt? Ich denke, Lebensnotwendigkeiten – wie Brot und Wasser – sollten teuer sein, weil wertvoll; Unnötiges – wie Autos und PCs (!) – dagegen billig, weil weniger wertvoll. Aber dann können die Armen sich das Leben nicht leisten!?

  2. Veröffentlicht von chlori am 23. März 2009 um 17:38

    Die umgekehrte Variante wäre, dass im Preis des Fernsehers auch das Essen oder das Schulbuch von einem Kind drin ist bzw. jeder gekaufte Luxusartikel einen Teil einer Lebensnotwendigkeit finanziert, die sich jemand nicht leisten kann. Oder nicht?

    Ich beobachte den Umgang mit den vielen Bettlern hier und staune wieviel Leute Geld geben. Ich sehe aber oft, dass einem erwachsenen, gesund wirkenden Menschen kein Geld gegeben wird. „Gehe doch arbeiten!“ Bettelnde Kinder und wer sichtbar nicht arbeitsfähig ist, kriegen von sehr vielen Passanten Kleingeld. Gerade bei Kindern ist ja das Geben von Kleingeld sehr umstritten, aber es wird getan.

    Interessant finde ich auch, dass viele Leute sich bemühen, etwas anzubieten. Sei es auch nur Jonglieren beim Rotlicht. Man trifft aber auch Bauchredner und Zauberer. Wer diese Tricks nicht beherrscht hilft Parkierenden einen Parkplatz zu finden bzw. stoppt den Verkehr um diesen wieder auf die Strasse zu helfen. Zusätzlich kann man sich sein Auto waschen lassen und gegen die Hitze einen Karton unter den Scheibenwischer klemmen lassen. Die Leute sind kreativ aber auch in Not.

    Man sagt, dass hier jeder Abfallsack, nachts von jemandem geöffnet wird um Aluminiumdosen im Wert von etwas Kleingeld zu suchen. Nicht gerade ein Traumjob.

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