Ja, wir haben.

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Einige haben eventuell vor meiner Abreise nach Brasilien beim Verkaufen, Verschenken, Verstauen und Wegschmeissen meiner Sieben Sachen gemerkt, dass das Ding mit Brasilien etwas anders ist, als „Jungs, ich gehe reisen!“. Andere haben ein Gemunkel wahrgenommen und wieder andere haben die Facebook-Profiländerung meiner Lady entdeckt. Um den Letzten die Nachricht in Klartext zu übermitteln: Wir heiraten. Wir planten hier in Brasilien zu heiraten und dann im kommenden Jahr die Schweiz zurückzukommen, um mit Freunden und Familie zu feiern. Nun haben wir den zivilen Teil so früh angesetzt, dass dies aus heutiger Sicht bereits zur Vergangenheit gehört.

Also sollte es zwei Feste geben, eines in Brasilien, eines später in der Schweiz. Also flogen wir vor kurzem nach Vitória, die Hauptstadt von Espirito Santo. Eine meiner vielen neuen Schwägerinnen wohnt dort. Zusammen reisten wir mit dem Bus einige Stunden ins Landesinnere, wo der Kaffee herkommt, wo die Fahrzeuge statt mit Benzin mit Stroh und Bananen gefüttert werden, wo die Eidechsen so gross wie Katzen sind und geschmacklich an Fisch erinnern und wo die Schlangen… öhm, mehr zu den Schlangen später.

Gleichzeitig stieg in Rio de Janeiro eine Schar verlorener Söhne und Töchter in den Bus, um später zusammen mit uns ein Fest zu feiern. Darunter sind die Geschwister von R, aus der Familie von 11 Kindern, die sich zum Teil bereits mehrere Jahre nicht mehr gesehen haben. Eine grosse Ehre war es für uns, dass diese für unsere Verhältnisse armen Leute die Zeit und das Geld investierten, um für unsere Party ins Landesinnere zu reisen.

Weil die Leute dort offline sind, reichte eine Facebook-Invitation nicht. Per Motorrad (und Esel – oder Maultier oder was auch immer es war – es hatte keine Räder) fuhren die Jungs von Haus zu Haus um Familie, Freunde und Bekannte aus der Nähe einzuladen. Per Maultier holten wir Stühle und Tische.

Am Fest war ich der einzige Nichtbrasilianer und somit auch der einzige, der nicht mindestens zwei der drei abgespielten Musikstile überzeugend tanzen kann: Funk Carioca (Favela Funk), Samba, Forró. Egal, das Fest dauerte die ganze Nacht und die Stimmung war grossartig. Klar ist: Die Brasilianer wissen wie man ein Festlein feiert und eine Nacht lang Spass hat. Dieses Fest bleibt mir bestimmt für immer als fröhliches Erlebnis in Erinnerung…

Hier möchte ich ein paar Bilder von diesem Ausflug bei der Familie zeigen.

1 Kommentar

  1. Veröffentlicht von riitta am 15. Juli 2009 um 3:24

    das ist doch grossartig!!!

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