Regiane Steiner

Mein Leben ist unvorstellbar besser geworden

Von Arto Steiner | 2. August 2019

Wenn ich als Kind gewusst hätte, dass mein Leben so sein würde wie es heute ist, dann hätte ich einige Schwierigkeiten in meinem Leben einfacher überwunden.

Meine Frau

Das sagte meine Frau gerade. Aus dem nichts. Sie hätte sich Gedanken zum Leben gemacht und an schwierige Momente gedacht. Dabei sass sie auf dem Boden vor ihren Blusen, die auf einem selbstgebastelten Holzgestell nach Farbe sortiert gestapelt sind.

„Mein Leben ist heute unvorstellbar viel besser, als ich es je gewagt hätte zu träumen.“

Ganz einfach war ihr Leben nicht

Sie hat mehrere Morde miterlebt. Mit 6 Jahren übernachtete sie neben dem leblosen Körper ihres eben überraschend verstorbenen Vaters. Als kleines Mädchen hat sie hart unter der erbarmungslosen Sonne in der Kaffeeplantage gearbeitet, während andere Kinder in die Schule durften. Zehn Geschwister wohnten zusammen. Zum Teil schliefen sie in einem auf den Boden gelegten, ausgehöhlten und dann mit Stroh gepolsterten Kleiderschrank.

Noch immer als Kind zog sie von der Familie weg, um in einer 8-Millionen-Stadt ein neues Leben zu beginnen. Wieder harte Arbeit, diesmal in der grossen, fremden Stadt. In den extrem gewalttätigen Favelas von Rio blieb sie unter dem Küchentisch versteckt, bis die Schiessereien zu Ende gingen.

Auch als junge Erwachsene waren Lebensabschnitte von ihr mehr als abenteuerlich. Und nun freut sie sich über ihr heutiges Leben.

Das Leben ist jetzt unvorstellbar gut

Sie freut sich, dass sie nicht in Gefahr lebt. Es hat immer etwas im Kühlschrank. Sie kann sich mal hinlegen und es ist ruhig. Es ist möglich sich zu entspannen.

Sie hat ihren eigenen Hund, der nicht vergiftet oder gestohlen wird. Im Haus steht eine Waschmaschine und ein Geschirrspüler. Bei der Arbeit wird sie mit Respekt behandelt. Und nicht geschlagen. Auf dem Heimweg muss sie keine Angst vor bewaffneten Crackheads haben.

Bei Krankheit bekommt sie sofort medizinische Hilfe und muss nicht langsam auf Hilfe wartend in einem öffentlichen Spital vor sich hin sterben, wie das täglich bei Tausenden der Fall ist.

Sie hatte nie davon geträumt, dass ihr Leben mal so gut werden würde, wie es geworden ist.

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Ich habe keine Zeit

Von Arto Steiner | 12. Juni 2019

Begleitet von einem leicht genervten Lächeln ist „Ich habe keine Zeit!“ der Satz, den ich seit Jahren nie in den Mund genommen habe.

Warum sagt denn überhaupt jemand, dass er oder sie keine Zeit hat? Was will man damit erreichen? Zeit? Sympathie?

Zeit kannst du dir machen

Mit kleinen, einfachen Umstellungen im Leben kannst du dir Zeit schaffen. Viele Stunden pro Tag sogar. Ich teile mal meine neusten Eingriffe:

Keine News konsumieren

Keine Zeitung, keine Nachrichten am TV oder Radio und keine News-Apps nutzen. So einfach. Zeitung, Radio und TV waren sowieso nicht mein Ding, aber ich habe regelmässig online News gelesen. Diese Zeit ist frei geworden.

Je mehr du dich mit News auseinander setzt, umso mehr Zeit kann frei werden. Für einige sind das alleine schon Stunden.

Informiert und effizient abstimmen

Damit ich meinen Teil zur Demokratie beitragen kann, werde ich mich bei Abstimmungen kurz aber gründlich mit dem Thema auseinander setzen. Dann schnell die Entscheidung treffen und sofort abstimmen.

Ich werde Diskussionen rund um diese Themen vermeiden. Habe in meinen 40 Jahren sehr viele politische Diskussionen erlebt. Aber praktisch nie habe ich erlebt, wie in einer Diskussion eine Person die Meinung geändert hat. Investierte Energie und Zeit vs. Ertrag ist sehr suboptimal.

Abstimmen ja: Informiert und effizient.

YouTube schaue ich nicht mehr als Unterhaltung

YouTube ist ein wertvolles Werkzeug, um sich Wissen anzueignen und zu lernen. Das werde ich weiterhin nutzen. Aber seit einiger Zeit nutze ich es nicht mehr zur Unterhaltung.

Vor einigen Monaten endeten meine Tage meistens mit YouTube-Zeit.

Social Media auf ein Minimum reduzieren

Ich habe auf dem iPhone die Nutzung von Facebook, Twitter und Instagram auf 15 Minuten limitiert. Bei Twitter und Instagram ist das die grössere Umstellung. Bei Facebook schaute ich eher nur kurz rein aus Langeweile.

WhatsApp und LinkedIn lasse ich ohne Limitierung, weil diese Plattformen schon wenig meiner Zeit beanspruchen.

Das Zeitlimit habe ich zur Zeit nur auf dem iPhone. Auf dem Mac limitiere ich mich nicht. Da verliere ich auch sehr wenig Zeit mit diesen Diensten und nutze sie eher geschäftlich.

Arbeit vermeiden, die nichts oder wenig bringt

Der abgelutschte Spruch gilt immer noch: Work smarter, not harder.

Es ist mir egal, wie andere über meine Arbeitsweise denken. Trotzdem finde ich, dass diese Regel nützlich ist: Wenn andere denken, ich hätte viel freie Zeit und bin verfügbar, dann bin ich auf dem richtigen Weg.

Meine Vorbilder in diesem Bereich haben Zeit und sind organisiert. Produktiv und doch verfügbar.

Perfektion vermeiden

Ich verbrachte viel Zeit in der Suche nach Perfektion. Oder mindestens Qualität. Immer noch. Nur nehme ich mir jetzt vor, schnell abzuschliessen und zu sagen. Das ist gut genug. Raus in die Welt damit.

Menschen vermeiden, die für mich toxisch sind

Ich vermeide Menschen, die provozieren, kritisieren oder negativ sind. Auch Menschen, die mich einfach wissen lassen wollen, dass sie nicht meine Meinung teilen.

So spare ich die gemeinsame Zeit – verliere aber auch keine Zeit und Energie mehr mit Gedanken dazu. Ich bekämpfe und bekriege diese Leute nicht. Ich gehe ihnen einfach aus dem Weg und mache mir keine Gedanken dabei.

Dabei unterscheide ich klar zwischen toxischen Menschen und Menschen mit Problemen. Menschen mit Problemen können Energie und Zeit beanspruchen. Das ist ok.

Negative Kommentare, ob online oder persönlich, gehen mir ziemlich am A**** vorbei. Da bin ich ziemlich gut geworden in den letzten Monaten. Das war bei mir nicht immer so.

Was mache ich mit der gewonnenen Zeit?

Ich finde täglich eine Stunde zum Rennen und eine Stunde fürs Spanisch Lernen. Ok, es ist die gleiche Stunde.

Ich bin viel mehr entspannt, mehr mit dem Hund draussen, verbringe wertvollere Zeit mit der Familie und Freunden. Morgens wache ich meistens ohne Wecker auf. Erholt.

In naher Zukunft werde ich viel Neues lernen. Wieder bloggen, seit langem wieder. Leute besuchen, die ich schon lange nicht mehr gesehen habe. Ein Haus bauen.

Manchmal sitze ich da und mache nichts. Manchmal lese ich. Ich tanke Luft. Ich tanke Licht.

Ich bin auch produktiver. Und ich habe Zeit.

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Logitech Presenter geht in Rente

Von Arto Steiner | 22. Februar 2017

Mein Logitech Presenter geht in die Rente. Jetzt nutze ich nur noch das Logitech Spotlight. Hier mehr dazu. Und ja, Windows und macOS.

Vorteile Logitech Spotlight vs Presenter

Es gibt viele…

Kein Dongle nötig

Am eigenen Mac habe ich die dazugehörige Software installiert und nutze Bluetooth Low Energy für die Verbindung. Wir haben immer weniger Ports und der Dongle ist ein wenig „Pre-Bluetooth“. Und man vergisst das Ding ja auch immer überall. Hinweis: Das Spotlight hat auch einen Dongle, den man nutzen kann, wenn man an einem PC/Mac die Software nicht installieren will/darf.

Keine Batterien – USB-C

  • Batterien wechseln während Präsentation? Keine Ersatzbatterien dabei?
  • Vergessen das Gerät auszuschalten und nach 1x nutzen sind die Batterien leer?

Das ist vorbei mit dem Logitech Spotlight. USB-C ist der neue Standard. 1 Minute laden für 3 Stunden Präsentation. Volle Batterie: 3 Monate nutzen.

Nicht nur in Keynote/Powerpoint nutzbar

Ich gebe viele Kurse. Die finden nicht in Keynote oder Powerpoint statt. Das Logitech Spotlight kann man überall nutzen — ich kann irgendetwas hervorheben (heller Kreis) und sogar klicken. So sieht die Highlight-Funktion aus, in diesem Beispiel in Adobe Photoshop:

Konfigurierbare Tasten

Das Gadget hat nur (blind findbare) 3 Tasten. Ich kann sie aber selber konfigurieren.

Ich schalte gerne das Bild auf schwarz, wenn wir ein Thema besprechen und das angezeigte Bild nicht hilfreich ist. Das geht gut in Keynote (B-Taste), aber sonst muss ich meistens die Beamer-Fernbedienung nehmen und die Blank-Taste suchen… Die ist immer irgendwo anders.

Dünner

Ja, der Logitech Presenter hatte eine Form, die in engen Taschen nicht so passt. Das Spotlight ist länger aber dünner und hat keinen Bauch.

Alles nur gut oder gibt’s einen Haken?

Gibt’s immer, wenn man sucht. Hier ein paar Nachteile:

  • Cmd + F1 (Screen Mirroring umschalten) kann ich nicht einer Taste auf dem Spotlight zuordnen. Wäre aber super-cool.
  • Blank Screen geht schaltet immer beides auf schwarz, Laptop und Beamer.
  • Kein Display mit Anzeige für restliche Zeit
  • Highlighter ist Software — ich kann damit nicht auf Sachen zeigen, die nicht auf der Leinwand sind oder im Fussballstadion den Torwart vor dem Penalty blenden.
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